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Der Amethyst

Der Amethyst ist einer der bekanntesten Heilsteine. Entgegen dem Glauben der alten Griechen hilft er zwar nicht gegen Trunkenheit, ist aber vielseitig einsetzbar. Er hilft z.B. gegen Schmerzen, stärkt die Konzentration und löst Blockaden. So weit, so gut. Aber der Amethyst als Schmuckstein?! Davor schrecken doch einige zurück. Diese violette Farbe, mal heller, mal dunkler, womit soll man die denn bitteschön kombinieren? Da greifen viele meiner Kunden lieber zu neutraleren Farben. Deshalb möchte ich heute mehrere Möglichkeiten zeigen, wie man den Amethyst kombinieren kann.

Als erstes starte ich mit einer Kombination aus Amethyst, kombiniert mit einem Lederband in greige und einem Armreif in bicolor. Das ist für viele schon zu viel violett auf einmal. Allerdings ist es auch durch das Lederband eine sehr ruhige Kombination, die sich als Eyecatcher eignet, wenn das Outfit relativ schlicht und/oder monochrom gehalten ist. So passt es z.B. zu grau, schwarz oder Pastelltönen.

Tauscht man das Amethystarmband gegen ein Armband aus weißem Topas mit grauer Keshiperle, entsteht ein ganz anderes Bild. Das Ensemble wirkt viel zarter und filigraner. Die Keshiperle bildet nun eine Verbindung zu bereits vorhandenen Perlohrsteckern und -kette. So bekommt klassischer Perlschmuck einen modernen Twist.

Die Seventies sind diesen Herbst ein großes Thema und somit auch alle erdenklichen Brauntöne. Deshalb habe ich den Amethyst passend zum Hippielook gestylt. Das Lederband hat einen schönen Cognacton, der durch den Hessonit im Armband wieder aufgegeriffen wird. Die Kombination aus Zirkon, Amethyst und Hessonit zeigt sehr schön, dass der Amethyst auch hervorragend zu Braun-und Beigetönen passt.

Etwas ruhiger ist die Kombination aus einem Lederband mit Amethyst, Zirkon und Armreif in bicolor. Hier setzt der Amethyst den farblichen Akzent, aber das Set an sich ist absolut businesstauglich. 

Ich hoffe, ich konnte euch den Amethyst etwas näher bringen und wünsche euch viel Spaß beim Kombinieren!

Edelsteine und Desinfektionsmittel: Verträgt sich das?

Wenn wir das Haus verlassen, um einzukaufen, zu shoppen oder Essen gehen, ist es für viele selbstverständlich, die geltenden Hygieneregeln zu befolgen. Dazu gehört auch die Desinfektion der Hände mit den bereitgestellten Desinfektionsmitteln. Diese enthalten aber, um effizient wirken zu können, hochprozentige Ethanol- oder Propanol-basierte Alkohol-Wassergemische. Diese schaden allerdings einigen Edelsteinen und organischen Substanzen. Besonders gefährdet sind: Perlen, Bernstein, Elfenbein und Koralle. Aber auch Edelsteine, die mit Öl, Wachs oder Harz behandelt wurden, wie Jade, Türkis, Opal, Lapislazuli und Smaragd, vertragen die Behandlung mit Desinfektionsmittel nicht. Problematisch werden kann es zudem bei Cabochons aller Art.

Kaum anfällig gegen die Desinfektionsmittel sind: Diamant, Rubin, Saphir, Chrysoberyll, Aquamarin, Tansanit, Granat, Topas, Amethyst und Citrin. Einige dieser Edelsteine habe ich euch auf dem Foto zusammengestellt (es fehlen Diamant, Rubin und Chrysoberyll).

Die Deutsche Stiftung Edelsteinforschung (DSEF) empfiehlt daher, die Schmuckstücke vor dem Desinfizieren abzulegen. Da das aber nicht immer gefahrlos möglich ist, ist es eine Überlegung wert, wann und wo welcher Schmuck getragen wird und wann man lieber darauf verzichtet.

Die Preisunterschiede bei Zuchtperlen

Warum sind einige Zuchtperlen so teuer und andere nicht? Was sind die Unterschiede? Ich möchte heute mal an zwei Beispielen erläutern, wie es zu dieser Preisdifferenz kommt.

Sicher kennt ihr die folgenden Perlen:

Das sind Süßwasserzuchtperlen aus der Hyriopsis Cumingii oder Dreieckssegelmuschel. Diese Muscheln werden in Teichen mit langsam fließendem Gewässer in China gezüchtet. Die Bedingungen für die Aufzucht sind wesentlich einfacher zu schaffen als bei Salzwassermuscheln. Ein weiterer Vorteil dieser Muschel ist, dass eine einzige Muschel Dutzende Perlen produzieren kann. Wenn sie mit drei Jahren ausgewachsen sind, wird es Zeit für die Operation. Technikerinnen setzen bis zu 17 Epithelteilchen pro Seite in das Mantelgewebe der Wirtsmuschel ein. Diese Epithelteilchen stammen aus dem Mantelgewebe einer Spendermuschel.  Nach der Operation werden sie zurück in einen der Seen gebracht und nach circa zwei Jahren kann man die Perlen ernten, wobei 20-30 Perlen pro Muschel keine Seltenheit sind. Da diese Perlen keinen Kern haben, bestehen sie zu 100% aus Perlmutt. Die Größen variieren von 2-12mm. Ähnlich der Größe ist natürlich auch die Qualität unterschiedlich. Auf dem obigen Bild sind schon die besseren Qualitäten zu sehen. Es gibt aber auch so günstige Perlen am Markt, dass sie für Modeschmuck verwendet werden. Die Gesamtproduktion pro Jahr bertägt ca. 1.500 Tonnen. 

Im Gegensatz dazu gibt es z.B. die Tahitiperle. Es gibt noch andere hochwertige Perlen, aber ich denke, ein Beispiel reicht, um den Preisunterschied zu verdeutlichen. Die Muschel, die die Tahitiperlen hervorbringt, ist die Pinctada Margaritifera. Das ist eine Salzwassermuschel und nicht so leicht zu züchten wie die Süßwassermuschel, wobei der Anfang der Zucht schon aufwändiger ist, als bei den Süßwassermuscheln. Die Babymuscheln werden nämlich nach wie vor in der Natur eingesammelt und dann zu den Atollen gebracht, in denen die Perlfarmen beheimatet sind. Deshalb ist auch der Umweltschutz in Französisch Polynesien und auf den Fiji-Inseln so ein wichtiges Thema: die Muscheln brauchen eine gute Wasserqualität und reichlich Plankton, sonst gibt es weder genug Babymuscheln, noch schöne Zuchtperlen. 

Nach dem Einsammeln werden sie auf der Farm gehegt und gepflegt, bis auch sie im Alter von drei Jahren erwachsen sind und operiert werden können. Hierbei wird in die Gonade der zu operierenden Muschel ein Kern und ein Epithelteilchen einer Spendermuschel eingesetzt. Nur beides zusammen bringt die Muschel dazu, einen Perlsack zu bilden, in dem eine Perle entsteht. Wenn sie dies tut, kann es allerdings auch zu „Unfällen“ kommen. Das sind die sogenannten Keshiperlen, die ihr ebenfalls im Bild seht. Ihre Form ist unregelmäßig, erinnert ein bisschen an ein Reiskorn und auch sie bestehen zu 100% aus Perlmutt, da sie sich zufällig ohne menschliches Zutun bilden. Warum das so ist, ist noch nicht eindeutig geklärt. Abgesehen von den Keshiperlen, die sich nicht immer bilden, entsteht also hier nur eine Perle pro Muschel! Dazu kommt, dass nur 40% der jährlichen Ernte zum Verkauf geeignet sind. Wiederum 1% davon haben Edelsteinqualität, d.h. sie sind in Größe, Farbe, Form und Lüster herausragend. Die Perlen haben eine Größe von 8-18mm.

Nach 18-24 Monaten erfolgt die erste Ernte. Diese erfordert ein geschultes Auge der Technikerinnen und ein präzises und schnelles Arbeiten. Beim Entnehmen der Perle entscheidet die Technikerin, ob die Qualität der Perle gut genug ist, um einen weiteren Kern einzusetzen. Ist dem so, wird ein Kern in der Größe der entnommenen Perle eingesetzt und die zweite Ernte erfolgt wiederum nach 18-24 Monaten. Warum gerade diese Zeitspanne? Nun, um die Qualität der Zuchtperlen zu gewährleisten, hat die Regierung in Französisch Poynesien eine Klassifizierung der Perlen eingeführt. Es gibt die Kategorien A-D, wobei alle Perlen der Kategorie D nicht ausgeführt werden dürfen und zerstört werden. Zu dieser Kategorie D gehören auch Perlen, deren Perlmuttschicht dünner als 0,8mm ist. Dies entspricht der Bildung der Perlmuttschicht von mindestens 18 Monaten.

Die Aufarbeitung der Perlen ist in Französisch Polynesien verboten. Sobald sie aber das Land verlassen haben und z.B. in Japan sind, darf dort eine Bearbeitung stattfinden. Was versteht man darunter? Bei den Süßwassermuscheln nennt man diesen Prozeß Maeshori. Die Perlen werden zuerst mit Wasserstoffperoxid gebleicht, anschließend poliert und mit Wärme behandelt, um den Glanz zu erhöhen. Gerade bei den unteren Preislagen ist dies sicher nicht ungewöhnlich.

Ich hoffe, ich konnte euch den Preisunterschied erklären und gleichzeitig die Wertschätzung für hochwertige Zuchtperlen steigern.

Quellen:

Edelsteine von zwei Seiten betrachtet

Dieser Blogbeitrag wird etwas anders und länger (!!) als die anderen. Wie der Titel schon sagt, werden die Edelsteine von zwei Seiten betrachtet und zwar einmal aus der Sicht des Goldschmieds und aus der des Heilpraktikers. So ist dieser Blog in Zusammenarbeit mit Andrea Weidenfeller entstanden (Andrea-Weidenfeller.de). Sie praktiziert in Lorsch und hat die Wirkweisen der Edelsteine auf den Körper und die Psyche recherchiert und mir zur Verfügung gestellt.

Andrea und ich haben uns überlegt, dass wir uns Edelsteine passend zum Frühlingsanfang aussuchen. Sie sollten vitalisierend und Energie spendend sein. 

Geeinigt haben wir uns auf 4 Edelsteine, die wir hier nun im Einzelnen mit ihren physikalischen Eigenschaften als auch mit ihrer Heilwirkung auf Körper und Psyche vorstellen möchten.

Ausgesucht haben wir: Rosenquarz, Chalcedon, Peridot und Perle.

Starten wir mit dem Rosenquarz. Sein Kristallsystem ist trigonal, er hat die Mohshärte 7  (zum Vergleich: der Diamant hat die Mohshärte 10) und besteht aus Siliziumdioxid. Die farbgebenden Substanzen sind Titan und Mangan. Wie alle Quarze hat er eine sogenannte Piezoelektrizität, d.h. von ihm gehen elektrische Schwingungen aus. Diese sind so gleichmäßig, dass er für Quarzuhren verwendet wird, heutzutage allerdings in synthetischer Form. 

Die Heilwirkung auf den Körper ist vielseitig. Der Schwerpunkt liegt hier auf Herz, Blut und Herzkreislauf. So unterstützt er die Versorgung des Herzens mit Sauerstoff, schützt den Herzmuskel und die Herzklappen, sowie die Geschlechtsorgane. Er hat eine ausleitende Wirkung/ Entgiftung von Abfallprodukten und Kohlensäure. Zudem verleiht er Vitalität und Fruchtbarkeit.

Die Heilwirkung auf die Psyche sind folgende: Er stärkt das Bedürfnis nach Treue und Liebe, bestärkt die Sinne für Schönheit. Auch hilft er dabei, Ängste und Enttäuschung in der Partnerschaft loszulassen und einen Neubeginn zu ermöglichen. Für Kinder ist er ein Schutzstein.


Der nächste Edelstein ist der Chalcedon, ebenfalls ein Quarz. Auch sein Kristallsystem ist trigonal, die Mohshärte liegt bei 6 1/2-7 und er besteht aus Siliziumdioxid. Spannend ist hier die Farbgebung: der hellblaue Chalcedon erscheint nur so, er ist es nicht. Schuld daran ist der sogenannte Tyndall-Effekt, d.h. das Licht bricht sich an feinsten Lamellenstrukturen im Stein und lässt ihn so hellblau erscheinen. Das kräftige Blau des Chalcedons kommt jedoch durch Kupfer zustande. Wie alle Quarze hat auch er eine Piezoelktrizität. 

Noch ein Satz zu den farbgebenden Elementen: es handelt sich bei den Quarzen immer um Spurenelemente, die nicht Teil der chemischen Formel sind. 

Seine Heilwirkung auf den Körper ist eine andere als beim Rosenquarz. Der Chalcedon hilft gegen Fieber, eitrige Wunden, löst Krampfadern und hat eine blutbildende Wirkung. Außerdem hilft er besonders bei Rachen-und Kehlkopferkrankungen. Bei Mandeloperationen lindert er die Schmerzen und verhilft zu einer klaren, weichen und warmen Stimme. Am Hals getragen bewahrt er vor Sprachfehlern und Stottern. Sänger und Redner bewahrt er vor Sängerknötchen, Stimmbandüberreizung und Stimmlosigkeit. Ein Chalcedon-Heilwasser-Tee heilt intensiv bei Heiserkeit, Kratzen im Hals, Kehlkopfschwellung, starkem, trockenem Husten (außer Corona) und Bronchialerkrankungen. In Verbindung mit Bergkristall ist er ein treuer Begleiter in den Wechseljahren.

Er ist also der perfekte Stein für Sänger oder die, die es werden wollen. 

Die Heilwirkung auf die Psyche: er bewahrt vor Albträumen und Schlafstörungen (unter dem Kissen liegend). Besonders wichtig ist er für die kindliche Entwicklung der Sprache, denn er bewahrt vor Stottern. Er hilft aber auch Rednern, ihre Gedanken zu sortieren und nimmt ihnen das Lampenfieber. Er schenkt ihnen mehr Selbstvertrauen und eine klare, verständnisvolle Aussprache. 


Der dritte Edelstein im Bunde ist der Peridot. Sein Kristallsystem ist orthorhombisch, die Mohshärte 6 1/2-7 und er besteht aus Magnesium-Eisen-Silikat. Im Gegensatz zu den Quarzen, die ihre unterschiedlichen Farben durch die verschiedenen Spurenelemente erhalten, ist das farbgebende Element in der chemischen Formel enthalten. Solche Steine nennt man idiochromatisch. 

Heilwirkung auf den Körper:  Er bietet Schutz vor Krankheiten im Brustbereich, vor allem Herz/Thymusdrüse und Lunge. Das Immunsystem wird gestärkt. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche. Die Talgdrüsen werden aktiviert und reguliert, die Haut wird besser mit Feuchtigkeit versorgt. Auch hier profitieren die Jugendlichen in der Pubertät (weniger Pickel/Akne). Er kräftigt auch Haare und Nägel und kann Schuppen regulieren. Zur Reinigung, Linderung des Juckreizes und Stärkung des Immunsystems sollte man abends Peridotwassser trinken. Bei Akne, Herpes, Windpocken oder Gürtelrose sollte man das Peridotwasser zusätzlich einreiben.

Heilwirkung auf die Psyche: Das innere Gleichgewicht/Immunsystem wird gestärkt. Die positive Lebenseinstellung wird gefördert. Er ist also durchaus geeignet für Menschen mit einer depressiven oder melancholischen Grundeinstellung, die sich in eine lebensbejahende Einstellung wandeln kann.


Last but not least kommen wir zur Perle. Die Perle ist ein Edelstein? Ja! Bei besonders schönen und makellosen Exemplaren spricht man von Edelsteinen. Allerdings von welchen, die von Tieren produziert wurden. Das Kristallsystem ist (orthorhombisch) mikrokristallin, die Mohshärte liegt bei 2 1/2-3 und sie besteht aus Calcium-Carbonat + organische Substanzen + Wasser. Die farbgebende Substanz wird durch die Perlmuttfarbe der Wirtsmuschel bestimmt. Vergessen Sie die Mär vom Sandkorn. Davon gibt es im Meer oder See reichlich, das beeindruckt die Muschel überhaupt nicht. Vielmehr sind es Epithelteilchen, sei es in der Natur durch eine Verletzung oder durch Menschenhand eingesetzt. Erst dann bildet sich eine Perle. Setzt man nur einen Kern in eine Muschel ein, die noch keinen Perlsack gebildet hat, passiert exakt nichts!

Die Heilwirkung auf den Körper: Perlen bestehen zu 90% aus reinem Kalzium, welches wir für unseren Knochenbau und die gesunde Entwicklung unserer Zähne dringend brauchen. Perlenwasser bzw.-tee dringt über die Nebenniere/Nebenschilddrüse in unseren Organismus ein und versorgt das Nervensystem/Muskelsystem besser mit Hormonen. Allergien wie Heuschnupfen, Nesselfieber, Nesselsucht können durch Perlen gelindert oder auch geheilt werden. Perlenketten bewahren auch vor psychischen Erkrankungen, sowie vor Fettsucht oder Magersucht.

Heilwirkung auf die Psyche: Perlen sind Lichtbringer in höchster Vollendung! Das Tragen von Perlen über längere Zeit sorgt für geistiges Wachstum (man wird sich Problemen und Gefühlen bewusst). Sie helfen uns, Probleme, die wir mit uns herumtragen zu erkennen und zu lösen. Die Perle warnt uns vor Unheil, Unglück und falschen Freunden. Besonders schwarze Perlen haben viel Kraft. Perlen bewahren Schönheit, Zufriedenheit und Liebe bis ins hohe Alter.

Aufgrund der geringen Härte ist die Oberfläche von Perlen recht empfindlich. Deshalb bitte erst anlegen, wenn man parfümiert, geschminkt und mit Haarspray eingesprüht ist. Nach dem Ablegen sollte man sie mit einem weichen Tuch abreiben und getrennt von anderem Schmuck aufbewahren, damit sie nicht zerkratzen.


Zur Heilwirkung der Edelsteine ist noch zu sagen, dass sie natürlich nur unterstützend wirken können und sollen und niemals eine ärztliche Therapie ersetzen können. Folgen Sie bei der Wahl Ihres Edelsteins Ihrem Bauchgefühl und Ihrer Intuition, dann finden Sie gewiss „Ihren“ Stein.

Abschließend ist noch zu erwähnen, dass die Edelsteine nur wirken können, wenn sie direkt auf der Haut getragen werden. Dazu ist es natürlich wichtig, sie regelmäßig zumindest unter fließendem Wasser zu reinigen.

An alle, die bis hierhin gelesen haben: vielen Dank und bleibt gesund!

Eure Andrea Weidenfeller und Annika Heinenberg-Rößling 

Ein Upgrade für klassische Anhänger

Einige haben sie im Schmuckkästchen liegen: kleine Anhänger in Gold oder Silber, runde Gravurplatten, Sternzeichenanhänger oder andere Symbole. Teils sind sie selbst gekauft oder begleiten einen seit der Geburt. Was macht man damit? Für’s Altgold sind sie zu leicht; das lohnt sich nicht. Getragen werden sie aber in ihrer jetztigen Form auch nicht.

Da liegt ein Umstyling nahe. Ähnlich wie ungeliebte Kleidungsstücke lassen sich mit einfachen Mitteln auch Schmuckstücke aufpimpen. Ich zeige euch anhand einiger Beispiele, wie man aus klassischen Anhängern stylischen Armschmuck machen kann, der nicht nur dem klassischen Schmuck ein modisches Upgrade verpasst, sondern dem ganzen Look.

Dafür habe ich ein paar Anhänger aus meiner eigenen Schmuckschatulle „ausgegraben“. Auf dem Foto seht ihr einen klassischen Gravurplattenanhänger, einen Sternzeichenanhänger, ein silbernes Herz, einen Schmetterling und eine grüne Turmalinkugel mit einer kleinen goldenen Blume.

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Aus diesen Anhängern lassen sich mit wenig Aufwand moderne Lederarmbänder machen, die trendy und stylisch aussehen, wie ihr auf den nächsten Fotos sehen könnt.

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Das silberne Herz habe ich mit einer gehämmerten Silberkugel und einer Troddel kombiniert. Die Troddel und das Lederband sind in der Farbe des Rubins gehalten.

Den kleinen Schmetterling, der auf der einen Seite golden, auf der anderen Seite silbern ist, habe ich mit der Turmalinkugel kombiniert. Ergänzt wird das ganze durch eine Silberkugel mit einer aufgelöteten goldenen Blüte. So findet sich sowohl die Blüte als auch das Zweifarbige wieder. Auch hier habe ich das Lederband passend zum Stein gewählt.

Eine Möglichkeit, wie man das Ganze kombiniert, zeige ich euch anhand des nächsten Fotos. 

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Den Sternzeichenanhänger habe ich mit einem Blautopastropfen und einer Goldkugel zu einem blauen Lederarmband verarbeitet. Ergänzt wird es nun durch ein Armband aus pastellfarbenen Beryllen (Aquamarin, Goshenit, Heliodor und Morganit) und einem kordierten Armreif aus Silber und Gelbgold. Da findet sich auch die Gravurplatte wieder, die ich kurzerhand an den Armreif gehängt habe. So entsteht ein modernes, stylisches Set, was super zu Jeans oder sportlichen Looks passt.

Solltet ihr nun Lust aufs Aufpimpen eures Schmucks bekommen haben, berate ich euch gerne und verleihe euren Schmuckstücken mit wenigen Mitteln ein stylisches Upgrade!

Der Beryll

Wenn sie Beryll lesen, haben die meisten Leute keine Ahnung, um welchen Stein es sich handeln könnte. Dabei gibt es zwei Vertreter, die wahrscheinlich die meisten kennen: den Smaragd und den Aquamarin. Es gibt den Beryll aber auch noch in anderen Farben, die ich heute vorstellen möchte. Im Gegensatz zum Turmalin haben alle Berylle die gleiche chemische Formel: Be3Al2Si6O18. Allen gemein ist auch das hexagonale Kristallsystem und die Lichtbrechung (1,57-1,60). Seine Härte ist mit 7,5-8 auf der Mohs’schen Härteskala recht hart für einen Edelstein, was zur Folge hat, dass er sehr spröde ist. Deshalb hat man für den Smaragd den Treppenschliff erfunden. Statt spitzer Ecken hat er dort eine gerade Kante. So ist das Fassen deutlich risikoärmer.

Welche anderen Farben gibt es nun? Fangen wir mit einem meiner Lieblingssteine an, dem Morganit. Er erhält seine Farbe durch Mangan und kann von Zartrosa bis Violett alle Farben dazwischen haben. Die rosafarbenen Steine haben schon mal einen orangenen oder braunen Unterton, der nicht immer gewünscht ist und durch das Brennen des Steins eliminiert werden kann. Es gibt sie in ganz klar und nahezu einschlußfrei, aber auch mit deutlichen Einschlüssen und etwas trüber. Diese Steine werden meist zu Cabochons geschliffen. Das Bild zeigt zwei Beispiele dafür, einen Aquamarin und einen Morganit. 

Ebenfalls durch Mangan gefärbt ist der Bixbit, auch roter Smaragd genannt. Wer in der Nähe von Darnstadt wohnt, kann ein schönes Exemplar im Hessischen Landesmuseum Darmstadt bewundern. Ähnlich wie der Morganit wurde er erst spät entdeckt und erhielt seinen Namen nach einem gewissen M. Bixbit.

Einen farblosen Vertreter gibt es auch, den Goshenit. Aus besonders klaren Steinen wurden im Mittelalter Brillengläser geschliffen.

Es gibt den Beryll aber auch noch in Gelb- und Grün-Tönen. Der gelblich-grüne Beryll wird Heliodor genannt. Im Gegensatz zum Smaragd ist er aber zart grün und erhält seine Farbe durch das Eisen, nicht durch das Chrom, wie es der Smaragd tut. Auf dem Bild seht ihr ein Collier aus Heliodor und gelben Beryll. Auch er hat einen eigenen Namen: der Goldberyll. Seine Farbe schwankt zwischen Zitronen- und Goldgelb.

Zum Abschluss noch ein Foto von zwei Armbändern mit unterschiedlichen Beryllen in klar und undurchsichtig.


Quellen: Walter Schumann, Edelsteine und Schmucksteine, 15. Auflage, BLV Verlag

              Walter Schumann, Edle Steine, BLV Verlag

Der Turmalin, der bunteste aller Edelsteine

Die meisten denken bei Farbedelsteinen an die Gängigen wie Rubin, Saphir, Smaragd und Aquamarin. Das ist aber nur ein kleiner Teil der Edelsteine. Deshalb möchte ich euch in dieser Serie einzelne Steine vorstellen, die der Laie so vielleicht noch nicht kennt.

Starten möchte ich heute mit dem Turmalin. Es ist tatsächlich der bunteste aller Edelsteine! Von weiß bis schwarz gibt es ihn in allen erdenklichen Farben. Oft sind auch mehrere Farben in einem Stein vorhanden. Einfarbige Steine kommen seltener vor. Auf dem Foto seht ihr anhand der beiden Armbänder eine kleine Auswahl der Farbpalette des Turmalins.

Aber woher kommt diese breite Farbenvielfalt? Nun, der Turmalin ist sowas wie der Gemischtwarenladen unter den Edelsteinen. Es ist nämlich eigentlich eine Mischkristallgruppe. Das Grundgerüst bildet ein Bor-Aluminium-Silikat. Auf seinem Weg zur Entstehung ist er ein sogenanntes Kontaktmineral, d.h. er nimmt alles mit, was auf seinem Weg liegt. Daraus resultiert eine sehr komplizierte, je nach Inhaltsstoffen andere chemische Formel, die ich euch hier erspare. 

Von Bedeutung für die Farbgebung der intensiv blauen bis türkisen Turmaline ist das Kupfer. Erhält der Stein seine Blaufärbung dadurch, darf er als Paraïba bezeichnet werden, sonst nicht. Auch andere farbige Turmaline haben eigene Namen: Der Rote ist ein Rubellit, der Grüne ein Verdelith, der Blaue ein Indigolith, der Schwarze ein Schörl, um nur einige zu nennen. Andere, wie z.B. der lilafarbene Turmalin (ja, auch den gibt es) haben keinen eigenen Namen. Der hellblaue Stein auf dem Foto ist ein Paraïba.

Er ist aber nicht nur ein-und mehrfarbig, sondern hat auch einen starken Pleochroismus. So bezeichnet man bei einem Edelstein die Mehrfarbigkeit. Je nachdem, wie man den Stein dreht, ändert sich die Farbe, intensiviert sich oder wird blasser. Das ist beim Schleifen der Steine von Bedeutung, denn einen sehr dunklen Stein kann man je nach Schleifrichtung zur Hauptachse aufhellen. Einem Blasseren kann man so zu mehr Intensität in der Farbe verhelfen. 

Ein weiterer optischer Effekt ist die Chatoyance, auch Katzenaugeneffekt gennant. Durch feine Hohlkanäle im Stein entsteht dieser Effekt. Richtig geschliffen sieht es so aus, als ob das Katzenauge über den Stein gleitet. 

Ähnlich dem Quarz hat der Turmalin eine Pyro-und Piezoelektrizität. Diese entsteht durch Druck oder Zug. Dies machten sich schon die holländischen Seefahrer zunutze. Durch das Reiben des Steins zog dieser die Asche aus den Meerschaumpfeifen an. Deshalb hieß er damals auch „Aschetrekker“, also „Aschenzieher“. Ein wenig charmanter Name für einen Edelstein! Durchgesetzt hat sich zum Glück das singhalesische Wort „tura mali“, was soviel wie „bunt gemischter Stein“ bedeutet.

Das ist nur ein kleiner Ausblick in die Welt des Turmalins. Ein wie ich finde, sehr fasziniernder Stein!

Quellen

Bücher:

  1. Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine, 15. Auflage
  2. Walter Schumann: Edle Steine
  3. Friedrich Benesch: Der Turmalin. Eine Monographie

Webseiten:

  1. http://www.edelsteine.at

Die Ming-Perle

Ich mag Perlen ja sehr und habe deshalb voriges Jahr auf der Inhorgenta eine Neuzüchtung gekauft: eine gravierte Süßwasserperle mit Kern.

Das ist insofern neu, da bis dato nur die kernlosen Süßwasserperlen der Hyriopsis Schlegeli und der Hyriopsis Cumingii für die kommerzielle Perlzucht verwendet wurden. Gerade die Hyriopsis Cumingii ist bekannt für ihre runden Perlen in verschiedenen Farbnuancen über weiß, rosa bis hin zu lila bei einer maximalen Größe von 12mm. Gezüchtet werden diese Perlen wie folgt: In die Auster werden 20-60 Gewebeteilchen eingepflanzt und nach etwa vier Jahren erntet man bis zu 20 Perlen.

Im Jahr 2000 starteten Versuche mit einem Hybriden aus der Hyriopsis Schlegeli und der Hyriopsis Cumingii. Heraus kam eine Auster, die weniger anfällig gegen Umwelteinflüsse ist und so höhere Zuchterfolge garantiert. Außerdem kann sie entgegen der anderen Austern 1-2 Perlen mit Kern produzieren, die zwar eine ähnliche Farbpalette aufweisen, aber deutlich größer sind als die kernlosen Süßwasserperlen. Größen zwischen 11-20mm sind möglich. Um diese beachtliche Größe zu erreichen, werden  zuerst 1-2 Gewebeteilchen eingesetzt. Hat sich der Perlsack geweitet, werden die Gewebeteilchen entnommen und durch runde Kerne ersetzt. So entsteht nun eine runde Süßwasserperle mit Kern und einem tollen Lüster: die Ming-Perle.

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Auf dem zweiten Foto sieht man deutlich den Größenunterschied zwischen einer Süßwasserzuchtperle und einer Ming-Perle.

Preislich rangiert die Ming-Perle oberhalb der kernlosen Süßwasserperlen, aber noch unterhalb der Tahiti-und Südseeperlen. 

Was mich bei dieser Perlart so fasziniert, ist die breite Farbpalette in dieser Größe und Qualität, was sie zu einer echten Alternative zu den oben genannten Tahiti-und Südseeperlen macht.

Ich hoffe, ich konnte etwas von meiner Faszination an euch weitergeben! 

Quellen: Webseite der Firma Hesse & Co., Institut für Geowissenschaften der Universität Mainz, Pearl-Guide

Gold und Silber mixen, aber wie?

Was jahrelang als No-Go galt, nämlich das Mixen von Gold- und Silberschmuck ist jetzt plötzlich hip. Aber wie stellt man den Schmuck so zusammen, dass es gut aussieht?

Eigentlich ist es ganz einfach! Das Wichtigste ist, eine Verbindung zu schaffen. Das kann auf verschiedene Arten passieren, z.B.  über Form und Farbe. An einigen Beispielen erkläre ich euch, wie es geht.

Auf diesem Foto seht ihr zwei Armspangen kombiniert mit einer Uhr. Die rosa Turmaline nehmen den Ton des Zifferblattes auf. Das ist die Verbindung über die Farbe. Da die Armspangen gleich gearbeitet sind, eine in Gold, eine in Silber, entsteht die nächste Verbindung über die Form. So entsteht ein harmonischer Mix.

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Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination mit Schmuckstücken, die schon zweifarbig, also bicolor sind, wie auf dem nächsten Foto. Der Herz- und der Sternanhänger sind bicolor und werden mit einem weiteren Herz kombiniert. Die Verbindung über die Farbe findet hier durch das Spinellband statt, welches die Farben des Lederbandes und der Stoffbänder in sich vereint.

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Wer etwas mutiger ist, kann auch drei Farben mixen: Silber, Gelbgold und Roségold. Passend zum Herbst werden hier Sterne, Mond und Fledermaus kombiniert. Der Armreif aus Roségold greift die Farbe der Fledermaus auf und der Mond passt zu den Sternen. Das Beryllband ergänzt farblich das Lederband und den einen Stein des Silberbandes. 

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Dezenter geht es natürlich auch. Auf diesem Foto wird ein bicolorfarbenes Armband mit einem goldenen Armreif und dem Beryllband kombiniert.

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Das Ganze funktioniert natürlich nicht nur mit Armbändern, sondern auch mit Ringen und Ketten. Ein Beispiel für die Ringe seht ihr hier: zwei Spannringe mit Brillanten in Gold und Silber werden zusammen mit einem Silberring und einem bicolorfarbenen Ring getragen.

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Bei den Ketten trägt man zur silbernen Kette einen goldenen Anhänger und trägt eine weitere Kette in einer anderen Länge dazu.

Es ist also gar nicht so schwer, Gold und Silber zu mixen. Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!   

Ein erster Ausblick auf den Herbst

Der Sommer ist zwar noch nicht vorbei, aber so ganz leise klopft der Herbst an unsere Tür… Zeit also, sich Gedanken über die Herbst/Winter Trends 2017/2018 zu machen. Was ist neu, was bleibt? Welche Farben und Formen sind angesagt?

Immer noch im Trend sind Buchstaben, Herzen, Sterne und Quasten. Gerade an Troddeln oder Quasten kommt keiner vorbei. Ob als Schmuck oder an Taschen, Schuhen oder Gürteln ergänzen sie zahlreiche Outfits.

Herzen und Sterne sind Dauerbrenner, aber die Sterne tauchen nun auch verstärkt in den Kollektionen mit dem Thema „Weltraum“ auf. Damit verbunden ist auch der noch anhaltende Metalliktrend.

Auch weiterhin im Trend sind zarte Ketten mit einem einzelnen Buchstaben, sowie gravierte Platten, die einzeln oder zu mehreren an einer Kette getragen werden. Alternativ gibt es auch Colliers mit einzelnen Wörtern, sei es der eigene Name oder Schlagwörter wie „Love“, “Peace“, “Hope“ etc.

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Weiterhin großer Beliebtheit erfreut sich der Choker. Diese Saison ist er eher breiter, aus Satin oder Samt und wird mit Buchstaben oder einer einzelnen Perle getragen.

Die weiße Perle findet in den aktuellen Kollektionen wieder mehr Beachtung: nicht nur als Teil eines Schmuckstücks, sondern auf Hosen, Blusen und Jacken gestickt.

Aus meiner Sicht endlich wieder da sind große Creolen! Ob zart oder in Anlehnung an den Hip Hop etwas massiver, schmücken sie die Ohren. Eine neue Variante ist, sie einzeln zu einer Baskenmütze zu kombinieren.

Beim Armschmuck heißt es: entweder oder! Zum einen sind zarte Armbänder weiterhin hip, zum anderen sind aber auch sehr großflächige Armspangen ein Trend. Neu ist es, beidseitig den gleichen Armschmuck zu tragen.

Kommen wir zu den Farben: Im Herbst/Winter sind oftmals gedecktere Farben gefragt. So ist diese Saison Grau sehr präsent, aber auch Blau in den Nuancen Dunkel- und Royalblau, sowie Bordeauxrot sind eine gute Wahl. Als farbiges Highlight präsentiert sich Rosa. Dies wird aber nicht niedlich und süß inszeniert, sondern als starke Farbe gesehen, die als Zeichen des neuen Feminismus gilt.

Meine Lieblingskombination für die kommende Saison ist Rosa mit Bordeauxrot. Ich finde, auf dem Foto sieht man sehr schön, wie toll die beiden Farben miteinander harmonieren.

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