Der Beryll

Wenn sie Beryll lesen, haben die meisten Leute keine Ahnung, um welchen Stein es sich handeln könnte. Dabei gibt es zwei Vertreter, die wahrscheinlich die meisten kennen: den Smaragd und den Aquamarin. Es gibt den Beryll aber auch noch in anderen Farben, die ich heute vorstellen möchte. Im Gegensatz zum Turmalin haben alle Berylle die gleiche chemische Formel: Be3Al2Si6O18. Allen gemein ist auch das hexagonale Kristallsystem und die Lichtbrechung (1,57-1,60). Seine Härte ist mit 7,5-8 auf der Mohs’schen Härteskala recht hart für einen Edelstein, was zur Folge hat, dass er sehr spröde ist. Deshalb hat man für den Smaragd den Treppenschliff erfunden. Statt spitzer Ecken hat er dort eine gerade Kante. So ist das Fassen deutlich risikoärmer.

Welche anderen Farben gibt es nun? Fangen wir mit einem meiner Lieblingssteine an, dem Morganit. Er erhält seine Farbe durch Mangan und kann von Zartrosa bis Violett alle Farben dazwischen haben. Die rosafarbenen Steine haben schon mal einen orangenen oder braunen Unterton, der nicht immer gewünscht ist und durch das Brennen des Steins eliminiert werden kann. Es gibt sie in ganz klar und nahezu einschlußfrei, aber auch mit deutlichen Einschlüssen und etwas trüber. Diese Steine werden meist zu Cabochons geschliffen. Das Bild zeigt zwei Beispiele dafür, einen Aquamarin und einen Morganit. 

Ebenfalls durch Mangan gefärbt ist der Bixbit, auch roter Smaragd genannt. Wer in der Nähe von Darnstadt wohnt, kann ein schönes Exemplar im Hessischen Landesmuseum Darmstadt bewundern. Ähnlich wie der Morganit wurde er erst spät entdeckt und erhielt seinen Namen nach einem gewissen M. Bixbit.

Einen farblosen Vertreter gibt es auch, den Goshenit. Aus besonders klaren Steinen wurden im Mittelalter Brillengläser geschliffen.

Es gibt den Beryll aber auch noch in Gelb- und Grün-Tönen. Der gelblich-grüne Beryll wird Heliodor genannt. Im Gegensatz zum Smaragd ist er aber zart grün und erhält seine Farbe durch das Eisen, nicht durch das Chrom, wie es der Smaragd tut. Auf dem Bild seht ihr ein Collier aus Heliodor und gelben Beryll. Auch er hat einen eigenen Namen: der Goldberyll. Seine Farbe schwankt zwischen Zitronen- und Goldgelb.

Zum Abschluss noch ein Foto von zwei Armbändern mit unterschiedlichen Beryllen in klar und undurchsichtig.


Quellen: Walter Schumann, Edelsteine und Schmucksteine, 15. Auflage, BLV Verlag

              Walter Schumann, Edle Steine, BLV Verlag

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