Diamant versus Zirkonia: ein Vergleich

Ich komme nicht umhin, mal einen Vergleich zu wagen: Diamant versus Zirkonia, was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile? Als Goldschmiedemeisterin bin ich natürlich eher für den echten Stein, aber der Kunde sieht das oft anders. 

Ich fange mal mit den Gemeinsamkeiten an: Beide Steine gehören zum kubischen Kristallsystem, d.h. ihr Feuer wird durch Totalreflexion des Lichtes und nicht durch Doppelbrechung erzeugt. Auch ist bei beiden die farblose Variante die Beliebteste. Man findet beide in Gold und Silber verarbeitet, allerdings zu unterschiedlichen Preisen. Kleine Steine (bis 0,10 ct) werden maschinell geschliffen.

Soweit die Gemeinsamkeiten. Was sind nun, außer dem offensichtlichen Preisunterschied, die Unterschiede?

Ich fange mit dem König der Edelsteine an, dem Diamant. Es gibt keinen Edelstein und auch sonst kaum etwas Härteres als den Diamanten (Härte 10 der Mohsschen Härteskala). Er kann nur mit Hilfe anderer Diamanten geschliffen und per Laser geschnitten werden. Und auch das funktioniert nur, weil der Stein in sich unterschiedliche Härtegrade und die vollkommene Spaltbarkeit aufweist. Das kann für den Goldschmied beim Fassen von Bedeutung sein, für den Kunden hat es keine. Er ist aufgrund seiner Härte ein unempfindlicher Stein, vor allem im Alltag. Er macht so ziemlich alles mit, kann im Ultraschall oder mit einer Bürste gereinigt werden. Dies sollte auch regelmäßig geschehen, denn Diamanten sind fettanziehend.

Im Brillantschliff entfacht er ein Feuer, welches (meiner Meinung nach) unvergleichlich ist und die Menschen von je her fasziniert. Nur ein im Brillantschliff geschliffener Diamant trägt die Bezeichnung Brillant. Leider ist er eher teuer, was für viele ein klarer Nachteil ist. Als Gegenwert hält man ein wertbeständiges Wunder der Natur in Händen.

Der Zirkonia hingegen ist ein synthetischer Stein, also von Menschenhand geschaffen, der den Brillanten imitieren soll. Das gelingt ihm auch ziemlich gut, aber er ist eben nicht das Original!

Er ist vergleichsweise hart (Härte 8,5 der Mohsschen Härteskala), aber er ist auch anfälliger für Kratzer. Beim Fassen und anschließendem Versäubern muss man sorgfältig arbeiten, sonst wird er matt. Es kann auch dem Kunden passieren, dass der Stein nach Kontakt mit z. B. einer Türklinke Kratzer aufweist oder matt wird. Reinigen lässt er sich ähnlich problemlos wie der Diamant. 

Unschlagbar ist natürlich der Preis des Zirkonia. Er kostet einen Bruchteil eines Diamanten.

Das Foto zeigt den direkten Vergleich beider Steine: ein in Silber gefasster Zirkonia und ein lupenreiner Brillant, champagnerfarben mit hervorragendem Schliff. Jeder meiner Leser kann nun selbst entscheiden, welcher Stein mehr Feuer hat!

Ich trage auch Zirkonia, ziehe aber die echten Steine vor.

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